800 Jahre Theisa

Festwochenende vom 14.06.2002 – 16.06.2002

Für einen kleinen Ort mit 486 Einwohnern (Stand 31.10.2002) stellt die Ausrichtung einer Jubiläumsfeier zum 800-jährigen Bestehen ein besonderes Ereignis, aber auch eine besondere Herausforderung dar. Dass das maßgeblich vom Traditionsverein Theisa e.V., unter Leitung von

Glockenweihe 800-jahre

Glockenweihe am 14.06.2002 auf dem Dorfanger

Sabine Töpfer-Schwab, organisierte Festwochenende vom 14.06.2002 bis zum 16.06.2002 ein solcher Erfolg wurde ist den Theisaern, ihren Vereinen, den Sponsoren und allen aktiven Helfern zu verdanken.

Einen besonderen Höhepunkt der Festlichkeiten stellte die Errichtung des Glockenturmes gegenüber dem alten Gasthof Lehmann dar. Da der alte Glockenturm auf Grund von Baufälligkeit abgetragen werden musste, benötigte unsere alte Glocke aus dem Jahre 1827 einen neuen Turm. Nach langjährigen Bemühungen engagierter Bürger und des Traditionsvereins Theisa sowie unter Einsatz von Spenden- und Sponsorengeldern war es nun möglich, die Glockenweihe am neu errichteten Turm vorzunehmen.

Eibenpflanzung anl. 800-jahre

Eibenpflanzung

Zu Ehren der 800-Jahr-Feier wurde eine Eibe gepflanzt Die Eibe soll an den Namen unseres Ortes erinnern (Foto v.l.n.r.: Herr Große, Bürgermeister der Stadt Bad Liebenwerda, Frau Sabine Töpfer-Schwab, Vorsitzende des Traditionsvereins Theisa e.V.). Doch warum hatte Theisa, wie auch einige angrenzende Orte, nie eine Kirche? Dies lässt sich nur durch einen kurzen Ausflug in die wechselvolle Geschichte Theisas erklären.

Die erste urkundliche Erwähnung findet Theisa (=„Eibenort“) 1202 als Cisowe gemeinsam mit Bönitz und Redern. In dieser Urkunde wird Theisa als Besitzgut des Zisterzienserklosters Dobrilugk (Doberlug) bestätigt. Bis 1217 bleibt Theisa noch im Besitz des Klosters, dann kommt es im Tausch gegen Kauxdorf in den Besitz des Grafen Friedrich von Brehna. Man kann durchaus davon ausgehen, dass Theisa eine Kirche erhalten hätte, wenn dieser Besitzwechsel nicht vonstatten gegangen wäre.

800-jahre Kurstadt-Singekreis

Kurstadt-Singekreis

Am 14.06.2002 wurde pünktlich von den Sängerinnen der Damenseniorensportgruppe aus Theisa um 18:00 Uhr der feierliche Festakt der Glockenweihe eröffnet. Zum Auftakt wurde das Heimatlied Theisas vorgetragen, welches in den dreißiger Jahren von zwei Theisaern (Heinz und Max Raum) geschrieben wurde. Nach alter Tradition wurde der neue Glockenturm Theisas durch den erbauenden Zimmerer geweiht. Als Krönung zersprang ein Sektglas und machte die Weihe perfekt. Pfarrer Meißner aus Bad Liebenwerda bewunderte das Engagement des Traditionsvereins Theisa e.V. und erteilte der Glocke seinen Segen. Die Glockenweihe wurde durch die „Lautstarke Böllerkompanie“ der Schützengilde Bad Liebenwerda besiegelt. Während der anschließenden Festsitzung überzeugte der Kurstadt-Singekreis um Dirigentin Frau Bachmann mit seinem Auftritt. Ab 21:00 Uhr fand dann ein Jugendkonzert mit den Musikgruppen „Kayla“, „Tintinabulation“ und „Harrow“ statt.

Der Sonnabend sollte der Höhepunkt des Festwochenendes werden. Neben einer historischen Ausstellung in der ehemaligen Schule, unterstützt von Herrn Uschner vom Kreismuseum Bad Liebenwerda, fand ein großer Umzug mit insgesamt 33 sehr kreativen und geschichtlichen Bildern in einer Gesamtlänge 450m statt. Dieser zog durch das von den Einwohnern festlich geschmückte Dorf, welches aufgrund der zahlreichen Gäste, darunter auch viele ehemalige Theisaer die von weit her angereist waren, aus allen Nähten zu platzen drohte. Alle Theisaer Vereine, der Jugendklub, die Freiwillige Feuerwehr Theisa, aber auch Vereine aus den umliegenden Orten beteiligten sich aktiv am Umzug und bereicherten somit den Gesamteindruck. Durch Herrn Helmut Blüthgen und Herrn Dieter Hennig von der Kur- und Fremdenverkehrsgesellschaft wurde der Festumzug moderiert. Es war ein gelungener Streifzug durch die Geschichte Theisas.

800-jahre Ziegelscheune

Fam. Peschel, Jungmann, Böhm

So waren unter anderem ein historischer Wagen aus der „Ziegelscheune“, heute Ziegelhäuser, einem Ortsteil von Theisa. Nun werden sich einige Leser fragen, wie ein solch kleiner Ort wie Theisa zu einem Ortsteil kommt. Erst einmal bleibt jedoch festzustellen, dass Theisa mit seiner Gemarkungsgröße von über 17.000.000 km² flächenmäßig zu den größten Orten im Landkreis Elbe-Elster zählt.

Neben dem eigentlichen Hauptort Theisa, dem heutigen Oberdorf, bestanden seit Mitte des 18. Jahrhunderts drei Kolonien. Dazu gehörten zum einen die „Teichhäuser“, da die Häuser in der Nähe eines damals noch bestehenden großen Teiches angelegt wurden. Theisa lebte damals vorrangig vom Fischfang. Heute erinnert nur noch die Straße „Teichhäuser“ an die damalige Kolonie. Weiterhin gehörte der heutige Ort Thalberg als Kolonie zu Theisa. Die erste Siedlung entstand hier gegen 1785. Eigene Hausnummern wurden in Thalberg vorerst nicht vergeben, die Theisaer Nummern 31-65 wurden hier genutzt. Neben der eigentlichen Dorflage verfügte Thalberg lange Zeit über keine eigene Feldflur.

Die Vereine Theisas ließen es sich nicht nehmen, ihre Geschichte, aber auch Gegenwärtiges darzustellen. So präsentierte der FSV Theisa 27 e.V. (www.fsv-theisa.de) neben einer historischen Fahne des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR aus den 70-iger Jahren den neuen Trikotsatz für die C-Junioren des Vereins, welcher durch die Sparkasse Elbe-Elster gesponsert wurde. Durch den Traditionsverein Theisa e.V., welcher einen Großteil der vorbeiziehenden Bilder darstellte, wurde auch die alte Mühlenwirtschaft (1741 bis 1909) von Fam. Schwab dargestellt. Die Sportgruppe der jungen Damen aus Theisa stellte einen Treck mit Heimatvertriebenen dar.

Alle Darsteller im Einzelnen hier aufzuführen, würde den Rahmen des Artikels sprengen, deshalb sollen hier nur noch einige exemplarisch genannt werden:

  • Vertreter der Bad Liebenwerdaer Stadtverwaltung erschienen in historischen Kostümen,
  • Mädchen aus der polnischen Partnerstadt Nowe Miasteczko erschienen in ihren Heimattrachten,
  • Die „Nationale Volksarmee“ der DDR, ein Jägerstand, ein Storchennest aus Maasdorf
  • Der Kleine Spreewald Wahrenbrück, der Männergesangsverein Dobra, u.v.m.

Dieser Tag wird wohl allen Theisaern und Gästen wohl noch lange in Erinnerung bleiben, denn so ein reges Treiben hatte es schon lange nicht mehr gegeben.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Freiwilligen Feuerwehr Theisas und des Sports. Der Tag begann zünftig mit einem Frühschoppen mit den „Mühlenmusikanten“, doch schon bald stellte die Freiwillige Feuerwehr aus Theisa ihr Können durch die Vorführung einer Rettungs- und Bergungsaktion unter Beweis. Vor Ihrer anstrengenden Heimfahrt führte die Folkloregruppe unserer polnischen Partnerstadt noch ein anspruchsvolles Programm vor, welches von allen Anwesenden begeistert aufgenommen wurde.

Sportlich ging es anschließend im Spiel der C-junioren des FSV Theisa gegen ihre Eltern und Betreuer zu. Nach ausgeglichenem Spiel konnten die „Altfüchse“ mit 2:1 gewinnen. Das Hauptspiel bestritten die beiden erstklassig aufspielenden Männermannschaften der SG Friedersdorf I und des FC Stahl Riesa. Wie bereits oben schon bemerkt, können an dieser Stelle aus Platzgründen leider keine weiteren Ausführungen zur 800-Jahrfeier bzw. zur Geschichte Theisas erfolgen. Für spezielle Fragen steht der Traditionsverein Theisa gern zur Verfügung.

Zum Schluss möchten wir es nicht versäumen, allen aktiv Beteiligten und Helfern von ganzem Herzen zu danken.

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