Nur 47 flügge Jungstörche

Lausitzer-Rundschau vom 4. August 2017

Hohenleipisch Die ehrenamtliche Weißstorchbetreuerin Petra Wießner hat in den vergangenen Wochen bei 30 Horstpaaren lediglich 47 flügge Jungstörche gezählt.

Das Storchenjahr im Kurstadt-Altkreis hat mit etwas weniger Verzug als im vergangenen Jahr begonnen. Die Ankunft der Altstörche in ihren Brutgebieten zog sich vom 26. März bis Anfang Mai. Zu den Nachzüglern gehörten Stolzenhain und Prieschka. Hier wurde auch noch mit der Brut begonnen. Während einige Jungstörche schon ausgeflogen sind, ist der Jungstorch in Prieschka erst halbwüchsig. Vermutlich werden die Altstörche etwas später in den Süden aufbrechen, um ihren Nachwuchs noch flugreif zu füttern.

Anfang Juni wurde unter dem Nest in Beiersdorf ein Jungstorch mit einer Ringelnatter im Schnabel gefunden. Sehr wahrscheinlich ist er daran erstickt. In Kosilenzien wurden die Jungstörche am 13. Juni vermutlich Opfer eines Seeadlers. Am 22. Juni sorgte ein starker Sturm mit Gewitter, Starkregen und Hagel für zwei tote Jungstörche in Beiersdorf. Sie lagen mit dem Nest unter dem Mast. In Theisa, Kröbeln und Oschätzchen sind die Jungen seitdem vermisst. In Möglenz wurde ein Altstorch verletzt. Hier engagierte sich H. Teichert und brachte das Tier in die Pflegestation nach Reddern. Nach kurzer Pflege konnte er wieder ausgewildert werden.

Theisa, 2014

Bei Horstkontrollen durch NABU-Weißstorchbetreuerin Petra Wießner und durch Meldungen von Weißstorchfreunden konnten 30 besetzte Horste im Altkreis Bad Liebenwerda registriert werden. Unbesetzt blieben in diesem Jahr 13 Horste (Vorjahr 8). Und zwar in Bad Liebenwerda Fitzkowplatz und Lessingstraße, Elsterwerda-Gartenstadt, Plessa-Feuerwehr, Schraden, Maasdorf-Natoureum und Brennereischornstein, Gröden-Trockenwerk, Thalberg und Großthiemig an der Schmiede sowie Koßdorf, Hirschfeld und Beutersitz. In Wahrenbrück und auf dem Bieligkhof in Bad Liebenwerda kam es zu keiner Brut. Altstörche waren aber anwesend. Ausfliegen werden voraussichtlich 47 Jungstörche. Damit ist es nach 2013 mit neun flüggen Jungtieren das drittschlechteste Jahr seit 1993. Es gab keine Viererbrut. Weiterhin sieben Dreierbruten, elf Bruten mit zwei Jungtieren und vier Brutpaare zogen nur einen Jungstorch groß.

Des weiteren konnten wieder Ringstörche auf den Nestern abgelesen werden. In Prösen brütet ein Brutpaar nun schon das vierte Jahr gemeinsam. Beide Altstörche sind beringt und neun beziehungsweise zehn Jahre alt. Der Ringstorch in Plessa Süd ist bereits 17 Jahre. Ein stolzes Alter für einen freilebenden Weißstorch. Er wurde 1999 in Zabeltitz nestjung beringt.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Wir alle vergessen diesen Tag wohl kaum so schnell! Der Orkan „Paul“ hat überall in unserem Dorf viel Schaden angerichtet.

Leider wurden auch unsere 2 Jungstörche vom Wind aus dem Nest katapultiert. Sie haben es nicht überlebt. Die Eltern sieht man nur noch selten im Nest. Sie suchen ihre Jungen überall..

Zum Glück sieht es nicht überall so düster aus:

Internet: lr-online: Storchennester

 


Unsere Störche! Sind es Elly und Rudolf?

Am 7., resp. 13. April 2017 sind die beiden auf unserem Horst in Theisa gelandet und sie sind geblieben. Wir freuen uns sehr darüber. Die Störche werden von Barbara Scheibe ganz genau beobachtet. Sie informiert die zuständige Person in Bad Liebenwerda über alle Einzelheiten und jede Veränderung.

Elly und Rudolf wurden 2014 hier in Theisa geboren. Ob sie nun von ihrer langen Reise zu uns zurückgekommen sind?

Zugrouten Auf zwei Routen ziehen die Störche ab August in ihre Winterquartiere. Dabei unterscheidet man nach Ostziehern und Westziehern.

Die Ostzieher (dazu gehören die Weißstörche der Niederlausitz) fliegen zum Balkan, Bosporus, nach Israel, der Türkei der Halbinsel Sinai oder entlang des Nil bis Südafrika.

Die Westzieher ziehen nach Frankreich, Spanien, Gibraltar, Nord- und Westafrika. Dabei sind gewaltige Strecken zu bewältigen. So dauert die Reise nach Südafrika acht bis 15 Wochen mit Tagesetappen von 150 – 300 km. Ende März bis Anfang April kehren die Störche dann wieder in ihre Brutheimat zurück.

Nahrungsgrundlage: Der Weißstorch steht an der Spitze einer Nahrungspyramide. Er selbst hat in seiner Brutheimat keine direkten Feinde. Geschwächte Störche können jedoch Haaraubwild (Fuchs, Marder) zum Opfer fallen. Die Nahrung selbst besteht aus Regenwürmern, Insekten, kleinen Nage- und Säugetieren bis Rattengrösse (hauptsächlich Mäuse), Amphibien (Frösche, Molche), Reptilien (Schlange, Eidechsen) und Fischen.

Elly und Rudolf fühlen sich in ihrer naturnahen Umgebung in Theisa sehr wohl. Hoch oben auf ihrem Horst lassen sie sich von ihren Gespanen unten auf der Wiese nicht stören.

Der Weißstorch, der ein Alter von über 35 Jahren erreichen kann, nistet auf Felsvorsprüngen, Bäumen, Gebäuden und Strommasten. Er besiedelt offene und halboffene Landschaften. Dabei bevorzugt er feuchte und wasserreiche Gegenden wie Flussauen und Grünlandniederungen. In Europa brütet er von Spanien bis Russland, in Nordafrika und Vorderasien (Türkei bis Kaukasus). Weißstörche werden im Alter von etwa vier Jahren geschlechtsreif.

Ihr Nistplatz wird als Horst bezeichnet. Die Brutzeit erstreckt sich von Anfang April bis Anfang August. Dabei wählt das früher ankommende Männchen den Standort so, dass sich in rund drei bis fünf Kilometer Umkreis ausreichend große Nahrungsgründe finden. Die Verknappung solcher Gebiete selbst im ländlichen Raum Süddeutschlands führt dazu, dass man kaum noch die früheren großen Storchenkolonien mit bis zu fünf Horsten auf einem Hausdach oder mehr als 50 Nestern in einem Dorf findet. Da ein Storchenpaar seinem Horst über Jahrzehnte treu bleibt und der Nestbau nie abgeschlossen wird, kann der Horst eine Höhe von mehreren Metern und ein Gewicht von zwei Tonnen erreichen – kein anderer europäischer Vogel betreibt einen derart großen Nestbau. Der Wechsel eines Nests geschieht in der Regel dann, wenn sich das Männchen mit einem neuen Weibchen paart oder im Vorjahr ein Bruterfolg ausblieb.

Das Gelege besteht aus 2 bis 7, durchschnittlich aus 3,81 Eiern, weiß mit feiner Körnung und doppelt so groß wie ein Hühnerei. Die Brutzeit, in der beide Partner abwechselnd brüten, dauert 30 bis 32 Tage; durchschnittlich werden dabei 2,96 Jungstörche ausgebrütet. Die anschließende Nestlingszeit dauert zwischen 58 und 64 Tagen.

Haben auch Sie Fotos gemacht? Senden Sie uns bitte Ihre Bilder von unseren Störchen an unsere E-Mail-Adresse: meindorf2017@gmail.com. Wir freuen uns.