Storchenhochzeit in Theisa…

15. April 2018
Lange haben wir gewartet – aber jetzt sind sie wieder da!
Unsere 2 Störche sind rechtzeitig in Theisa gelandet. Fleissig putzen und renovieren schon beide ihr Sommerquartier. Der Horst wurde vom stürmischen und eisigen Winter ganz schön zerzaust.

Melden Sie uns bitte weitere Beobachtungen. Wir freuen uns über jede Mitteilung und Ihre Bilder. Vielen Dank. E-Mail-Adresse: meindorf2017@gmail.com
Ortsbeirat Theisa
Elke Greger, Mobile: 01511 1806904

Lausitzer Rundschau vom 12.04.2018
Bad Liebenwerda. Von Frank Claus
Fast täglich erreichen Petra Wießner vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, zugleich Storchenbetreuerin im Altkreis Bad Liebenwerda, jetzt Meldungen über Storchenankünfte. Mit je zwei Störchen sind schon die Brutstätten in Mühlberg, Möglenz, Beiersdorf, Großthiemig, Gorden, Hohenleipisch, Oschätzchen, Zobersdorf und die beiden Horste am Bieligkhof und auf dem alten Druckereischornstein in Bad Liebenwerda belegt. In Altbelgern, Gröden, Kauxdorf, Kosilenzien, Plessa (am Stall) Prösen, Wainsdorf, Reichenhain und Lausitz ist je ein Storch gesichtet worden. Eine Meldung über die Ankunft eines Schwarzstorches gibt es leider immer noch nicht.

Weitere Beobachtungen bitte unter Tel. 035341 10213.


Lausitzer Rundschau vom 26. März 2018
Grünewalder Storch ist wieder gelandet. Am Sonntagabend ist der erste Storch auf seinem Horst in Grünewalde gelandet. Darüber freut sich das ganze Dorf. Doch es gibt auch Sorgen.
Von Torsten Richter-Zippack
Die Uhr zeigt 19.30 Uhr am Sonntagabend, als Manfred Bock aus seinem Badfenster an der Straße zum Lauch schaut. „Da war unser Storch plötzlich da“, erzählt der Grünewalder. Auf dem elf Meter hohen Gittermast, rund 200 Meter vom Haus der Bocks entfernt, war der Rotstrumpf gelandet. „Fast zeitgleich wie vor zwölf Monaten“, berichtet „Storchenvater“ Manfred Bock, auf dessen Grundstück sich der Horst befindet. Der Vogel befinde sich trotz der langen Reise und des kalten Wetters optisch in gutem Zustand. „Wenn alles klappt, dürfte zu Ostern sein Weibchen eintreffen“, sagt Bock. Im Schnitt dauere es acht Tage, bis auch die Gefährtin im Dorf am Lauch eintrifft.

Ortsvorsteher Reinhard Lanzke freut sich ebenfalls über die Rückkehr der Grünewalder Bewohner auf Zeit: „Die Ankunft der Störche ist ein sicheres Zeichen, dass der Frühling kurz bevor steht. Die Nachricht hat sich schnell im Dorf verbreitet.“ Lanzke ist sehr froh, dass sich die Vögel im Ort so wohlfühlen. „Und das trotz des vielen Maisanbaus.“ Längst könnten die Tiere aufgrund der großflächigen Monokulturen kaum mehr auf den angrenzenden Flächen nach Futter suchen. „Meistens müssen sie in Richtung des mehrere Kilometer entfernten Seewaldes fliegen“, ergänzt Manfred Bock. Die einst feuchten Senken nahe dem Dorf seien in Ackerland verwandelt worden.

In Grünewalde lebt der Storch bereits seit dem Jahr 1975. Zunächst befand sich der Horst auf dem Giebel des alten Schulhauses, später auf einer alten Ulme und heute auf dem Gittermast bei Familie Bock. Rund 50 Meter entfernt befindet sich die Infotafel, auf der alle jährlichen Erstankünfte der Rotstrümpfe sowie die Anzahl der ausgeflogenen Jungvögel vermerkt sind. An das vergangene Jahr hat Familie Bock gute Erinnerungen. „Damals sind alle drei Jungvögel gesund und munter ausgeflogen“, weiß Manfred Bock. „Hoffen wir, dass auch 2018 alles glatt geht.“ Und Reinhard Lanzke hat das Ankunftsdatum 2018 bereits am Montag eingetragen.

Lausitzer Rundschau vom 23. März 2018
Wormlager Storch übersteht den frostigen Monat März
Bislang ist ein Storch im Raum Senftenberg eingetroffen. Andere Zugvögel kehren schon zurück.
von Torsten Richter-Zippack

Ein tapferer Geselle ist der Wormlager Storch. Bereits am 10. März hat ihn der Sedlitzer Ornithologe Heiko Michaelis erstmals gesehen. Das war noch vor dem Märzwinter, der am vergangenen Wochenende mit Schnee und zweistelligen Minustemperaturen zugeschlagen hatte. Doch der Rotstrumpf scheint das kalte Wetter unversehrt überstanden zu haben. „Der Storch vom Horst an der Dollenchener Straße ist noch immer vor Ort“, sagt die Großräschener Stadtsprecherin Kati Kiesel.

Ansonsten sind mit Stand 23. März noch keine weiteren Adebare in der Senftenberger Region eingetroffen, sagt Storchenvater Werner Blaschke aus Lauchhammer. Ungewöhnlich sei dies nicht. „Wir befinden uns im normalen Zeitrahmen“, weiß Blaschke. Im vergangenen Jahr traf der erste Storch im südlichen OSL-Kreis am 26. März ein, damals in Lindenau. Insgesamt waren anno 2017 in der Region 13 Horste besetzt. In zwölf Storchenfamilien gab es 34 Nestjunge.

Laut Werner Blaschke bildet das Wetter entlang der Zugrouten der Störche die maßgebliche Rolle, wann die Rotstrümpfe in der Lausitz eintreffen. Das heimische Wetter sei dabei eher zweitrangig. Wenn es aufgrund der niedrigen Temperaturen bislang kaum Frösche gibt, würden die Rotstrümpfe eben mit Mäusen vorlieb genommen. „Die Störche werden also nicht verhungern“, stellt Blaschke klar.

Längst kehren auch viele weitere Zugvögel in die Lausitz zurück. Allerdings hatten auch Drosseln und Lerchen mit dem langen Winter zu kämpfen. „Ich habe die Tiere geschwächt an eisfreien Orten gesichtet“, sagt Heiko Michaelis. Kurios: Aufgrund der niedrigen Temperaturen mussten bereits zurückgekehrte Kiebitze wieder nach Westen ausweichen. „Ich habe die Trupps über dem Sedlitzer See gesehen“, so Michaelis. Jetzt rechnet der Experte mit der baldigen Rückkehr der Kiebitze.


Unsere Liebesgeschichte

Die neuen Bewohner von Theisa

Ansiedlung 10.05.2013

Vater, Mutter und seit letztem Jahr auch zwei Kinder. Man könnte glauben eine ganz normale Familie in Theisa. Unsere neuen Bewohner sind jedoch nicht beim Einwohnermeldeamt in Bad Liebenwerda registriert, sondern werden bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Elbe-Elster geführt. Es handelt sich um die neue und vermutlich erste Storchenfamilie des Ortes.

Begonnen hat die ganze Geschichte bereits im Spätsommer 2011. Hier versuchten 2 Jungstörche sich in Theisa eine neue Heimat zu schaffen, indem sie mit dem Bau eines Horstes auf verschiedene Strommasten begannen. Allerdings waren sie noch zu jung und unerfahren und so blieb es bei der „Grundsteinlegung“ für eine gemeinsame Unterkunft. Die Zeit rückte voran und so zogen unsere beiden Verliebten zur Überwinterung in den Süden.

Im Jahr 2012 erschienen beide Störche erneut und bauten voller Lebensmut auf den unterschiedlichsten Strommasten entlang der Liebenwerdaer Straße und der Ringstraße ihre Horste. Diese sogenannten „Schwarzbauten“ wurden aus Sicherheitsgründen regelmäßig vom Stromversorger Envia entfernt und auf den markanten Stellen sogenannte Büschelabweiser montiert. Diese verhindern das Landen der Störche auf dem Mast, dienen den Großvögeln jedoch gleichzeitig bei der Suche nach einem Rastplatz als Schutzmaßnahme gegen mögliche Stromschläge.

Mehrere Bürger der Gemeinde haben sich damals bei der Stadt und dem Landkreis über einen Verbleib der Störche erkundigt. Gemäß Information der Naturschutzbehörde waren die Störche zum damaligen Zeitpunkt noch zu jung, um Nachwuchs groß zu ziehen. Auf Grund der vielen Nachfragen und der Bitte um Unterstützung bei der Standortsuche für einen geeigneten Horst organisierte Frau Wießner von der Unteren Naturschutzbehörde eine geeignete Nisthilfe für einen Mast. Diese wurde jedoch von der Stadt Bad Liebenwerda abgelehnt. So zogen die Störche abermals ohne Ergebnis in Richtung Süden.

Theisa scheint unseren beiden Störchen zu gefallen, denn Mitte April 2013 erschienen sie abermals und begannen sofort mit der Suche für einen geeigneten Standort ihres Horstes. Von nun an bemühten sich mehrere Bürger unserer Gemeinde intensiv um den sicheren Verbleib der Störche. Unterschiedlichste Anrufe bei der Stadt- und Kreisverwaltung sowie dem Netzbetreiber führten letztendlich zur Bereitstellung eines separaten Mastes. Gemeinsam erfolgte die Suche nach einem geeigneten Grundstück. Letztendlich stellte Frau Waltraud Lehmann die notwendige Fläche zur Verfügung und der Pächter Uwe Lehmann, welcher diese zu landwirtschaftlichen Zwecken nutzt, stimmte sofort zu. Der durch die Mitnetz Strom AG gelieferte Mast mit aufgebauter Nisthilfe wurde am 29.04.2013 montiert.

Hierbei sei ein ganz großes Lob an alle Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verwaltungen gerichtet, die sich in den 3 Jahren für die Ansiedlung der Störche eingesetzt haben. Besonders der Ortsvorsteher, Herr Karl Schurig, hat stets Kontakt zu allen Beteiligten gehalten, letztendlich auch persönlich die Nisthilfe mit Weide beflochten und mit weißer Farbe angestrichen, so dass es wie ein gebrauchter Horst aussah. Am Abend des 10.05.2013 entdeckten unsere beiden Störche den Horst und begannen sich einzunisten. Einen Tag später fand die Bauernhochzeit von Stefan Lehmann und Sandra Müller auf dem Grundstück in unmittelbarer Nähe des Horstes statt. Die Störche begannen sofort mit dem Ausbau ihres Domizils. Für Nachwuchs war in dem Jahr jedoch keine Zeit.

Am 28.03.2014 waren sie wieder zurück und begannen mit der Familienplanung, legten Eier und brüteten bei jedem Wetter. Zwischen dem 10. und 13.05.2014 schlüpften drei Jungtiere. Am 30.05.2014 ist ein totes Küken am Boden entdeckt worden. Ob die Eltern es bewusst „entsorgten“ oder ob es unbeabsichtigt aus dem Nest fiel, bleibt ein Geheimnis. Vor Freude über den Storchennachwuchs organisierten die Frauen Barbara Scheibe und Katrin Sommer das 1. Storchenfest in Theisa, an dem der Ortsvorsteher sowie alle Nachbarn und Anlieger teilnahmen. In der Dämmerung während der Fütterung der Kleinen bekamen unsere beiden Jungstörche durch Frau Scheibe die Namen Elly und Rudolf, unabhängig den tatsächlichen Geschlechter. Es sind die Namen der ehemaligen Grundstücksbesitzer, auf welchem die Hochzeit stattfand.

Dorfbesichtigung 2014

Anfängliche Ängste, ständig über Theisa kreisende Raubvögel wie der rote Milan & Co. könnten sich über den Nachwuchs hermachen, bestätigten sich nicht. Die Eltern beschützten zu jeder Zeit fürsorglich ihre Kleinen und ließen keinerlei Übergriffe zu. Mittlerweile verlassen Elly und Rudolf eigenständig das Nest und gehen selbst auf Futtersuche. Unsere vier Störche fliegen den ganzen Tag über Theisa, stolzieren über den Sportplatz, Felder und Wiesen, setzen sich auf die Dächer und klappern voller Freude. Viele Einwohner gehen regelmäßig zum Horst und beobachten die Tiere.

Wir sind froh, dass sich nach langer Zeit Störche in Theisa angesiedelt haben. Nochmals ein großes Dankeschön an alle für die geleistete Hilfe.

Übrigens erkunden seit Juli 2014 Störche den Ortsteil Ziegelhäuser. Bleibt zu hoffen, dass sich hier mit der Unterstützung der Stadt, des Landkreises und der Mitnetz Strom AG 2015 ebenfalls Störche ansiedeln. Die Einwohner würden auf alle Fälle entsprechende Aktivitäten leisten.

Ortsbeirat und Tierfreunde im Juli 2014
Verfasst von Lothar Richter, Theisa