Gutshaus-Vision

Konzept von Steffen Modrach, Naundorf, Elbe-Elster

Wir geben unserem Gutshaus eine Chance…
und lassen die Philosophie von Friedensreich Hundertwasser weiterleben!

Die Vision von Steffen Modrach:
„Wir bauen eine Arche –
ein Platz an dem Mensch, Pflanze und Tier im Einklang miteinander leben!“

oben: das Gutshaus von morgen! unten: das Gutshaus heute!

Wir wollen unser Gutshaus vor dem Verfall retten,
…weil wir die Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger von Theisa sichern wollen!
…weil wir unseren Ortskern für uns und unsere Region attraktiv machen wollen!
…weil wir wieder einen Dorfmittelpunkt für Jung und Alt haben möchten!
…weil wir uns aktiv an der Dorfgestaltung einbringen und mit anpacken wollen!
…weil wir das Gutshaus auch für die nächsten Generationen zukunftssicher gestalten wollen!

Gebäude
Beim Gebäude handelt es sich um ein stark sanierungsbedürftiges, schmuckloses, leerstehendes, mehrgeschossiges, ehemaliges Gutshaus, Baujahr um das Jahr 1768.
Das Gutshaus war Dorfmittelpunkt mit nicht unerheblichem Anziehungscharakter.

Eigentümerin
Stadt Bad Liebenwerda, Grundbucheintrag, Flur 4 Flurstück 420

Theisa in Zahlen
379 Bürger (2017)
100 m ü.M., Gemarkungsgrösse 1’700 ha Fläche
ca. 12 Gewerbebetriebe
Entfernung nach Dresden 70 km, Entfernung nach Berlin und Leipzig 100 km
Vereine: Feuerwehrverein, Traditionsverein, Fussballverein, Sportverein, Seniorengruppe

Gebäude-Nutzfläche
Grundstückfläche ca. 380 m2 Nutzfläche ca. 650 m2, Gutswiesen ca. 17’000 m2
Gewölbe-Keller ca. 100 m2
EG 160 m2
1. OG 160 m2
2. OG 160 m2 mit Dachschrägung und Dachspitz ca. 70 m2

Ziel
Das Gut soll in seiner Gesamtheit erhalten, saniert und weiterentwickelt werden, um einer bürgerlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Nutzung zuzuführen. Das umliegende Gutsgelände soll der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Gutswiesen aktuell
Gesamtfläche ca. 17‘000 m2
– Freizeit- und Kulturtreff
– Streuobstwiese
– Zwei Pachtwiesen als Pferdeweide
– Pachtland mit Wochenendhäuschen
– Pachtland für private Nutzung
– Garagen links oben als Lagerplatz für Vereine
– Das Häuschen mit Umschwung (ehemaliges Gefängnis) rechts unten gehört dem Traditionsverein Theisa e.V.

Nutzung Gutswiesen
Fläche ca. 17’000 m2
Öffentlicher Freizeit und Kulturtreff mit Tischtennisplatte, Volleyballfeld, Holz-Backofen, Grill, gedeckte Sitzgelegenheiten und weitere Bänke.
Streuobstwiese; Neupflanzung November 2017 mit ca. 10 alten Baumsorten

Touristischer Nutzen
Kurstadtregion Bad Liebenwerda – Mitten im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft
Angrenzend Naturschutzgebiet Forsthaus Prösa der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit ca. 3’313 Hektaren Fläche, Anbindung an Fernradweg FR5
Zukunft: Das Gutshaus als Sehenswürdigkeit aufgrund der aussergewöhnlichen Fassade

Die Vision
Eine Arche – die Wohnkultur der Zukunft! Ein Archehaus! Ein Haus, das uns gesünder und fröhlicher macht. Ein Dorfgemeinschaftshaus, ein Wohn- und Geschäftshaus, ein Kulturhaus. Ein Haus für ALLE: Mensch, Pflanze, Tier!

Dachterassen
Angebaut an das Gutshaus-Grundgebäude könnten zwei weitläufige Dachterrassen an der Nordseite und Südseite entstehen, sie könnten begrünt und die Säulen verziert werden.

Dach
Das Dach könnte mit Biberschwänzen gedeckt und farbig gestaltet werden.
Gauben erlaubten dann den Blick ins Grüne und würden Licht spenden. Die Spitze des Daches könnte eine große goldene Zwiebel, sie ist mit dezenten Öffnungen versehen mit der wichtigen Zweitfunktion als Nist- und Brutstätte, (Falken, Höhlen- und Halbhöhlenbrüter). Die goldene Zwiebel erhebt die Bewohner und alle Anreisenden. Im Sinne Hundertwasser – jeder Mensch ist ein König!

Wehrtürme
Ein weiterer Anbau sind zwei, die Ecken flankierenden, runden Vorbauten in Form alter Burg- oder Wehrtürme mit durch Treppen von außen begehbarer und begrünter Dachterrasse. Die lange Spitze ist mit zahllosen verschiedenartigen Nistkästen bestückt, um Vielfalt zu demonstrieren. Der linke Turm wird als Hostel ausgebaut und der rechte Turm als Kinder- und Jugendraum. Der Pommolgische Schau- und Lehrgarten in Döllingen plant die Durchführung eines Kinder- und Jugendcamps Pomologischer Garten

Café
Nutzungsvorschlag linker Turm: Café mit Außenterrasse für heimische Besucher und Touristen, Infopunkt für Führungen, Souvenirladen etc., mit Außentreppe (zusätzlich) für kleinen Terrassenbetrieb. Innenraum: Wandbemalung durch heimische Künstler.

Aussichtsturm
Der linke Turm mit Aussichtsplattform und außen angelegter Wendeltreppe bietet in Funktion eines Hostels minimalistische Schlafmöglichkeiten für Touristen, Kurzzeitbesucher, Pensionsgäste. Der Turm wird begrünt mit Kletter-Kiwis, erhält keine Toiletten und keinen Wasseranschluss, die Toiletten befinden sich im Außenbereich.

Fenster
Hundertwassers berühmt gewordenes Fensterrecht, welches aber in keinem seiner Häuser verwirklicht wurde, wird hier umgesetzt und weiterentwickelt. Im gesamten Gebäude gibt es bewusst keine Rollläden, sondern klassische Fensterläden. Jeder darf nach Gutdünken, zugesichert im Mietvertrag seinen Fensterladen gestalten. So tritt das Gebäude aus seiner Anonymität, es wird lebendig.

Fassade
Die Fassade (Grundfarbe grün) erhält einen schlichten Rauputz (Eilenburger). Der gesamte Baukörper wird umfassend begrünt und am Sockel mit auffallenden verschiedenfarbigen Kachelbändern abgesetzt. Er besitzt eine umlaufende Edelstahlbeseilung zum Halt für die wachsenden Pflanzen. Da das Erdreich ungewöhnlicherweise bis nahe unter die erste Fensterreihe reicht (Aufschüttung), wirkt das Gebäude wie eine Perle, welche sich aus dem Erdreich erhebt. Theisa – eine Perle mitten im Naturpark!

Benjeshecke
Umrahmt wird das komplette Grundstück von einer Benjeshecke. Sie wird von den Dorfbewohnern errichtet. Jeder darf sein Pflanzenmaterial (Zweige, Äste, Verschnitt) dieser ökologisch so sinnvollen Naturanlage antragen. Während der Bauphase erfolgt das gut sichtbare Abstecken der Umrahmung zur Orientierung für die Bürger. Zwischendrin werden „wahllos“ Sträucher als „Startkapital“ gesetzt. Alle Früchte sollen unbedingt essbar sein. Jeder darf sich später nach Lust und Laune bedienen. In den nahen Umkreis der Großbäume setzt man zahlreiche Gesundsträucher – Holunder, Mispel, oder modern Felsenbirne, Aronia, etc…. Die wertvolle Hecke dient allen Tieren als Winterschutz, Unterschlupf und Brutmöglichkeit. Sie hat den Vorteil nicht gepflegt werden zu müssen und erhält sich auf Dauer bekanntlich selber durch natürlichen Bewuchs.

Sandmauer
Umrundet wird das Hauptgebäude in der natürlichen Grundstücksmitte (innerer Zirkel) nicht von einer Mauer, sondern einem begrasten oder begrünten, unregelmäßigen, nicht mehr als 1 Meter hohen Sandwall und Schuttwall (wertvoller Trockenrasen entsteht). Er bleibt verwildert und dient Pflanzen und Kleintieren als natürliche Oase. Der Raum innerhalb des Walles gilt als geschützter Freiraum und schafft Intimität – denken wir nur an das Prinzip der Burg – wer es geschafft hatte dort zu leben war ein Burger – später Bürger.

Teich
Vor dem Gebäude befindet sich ein Hoch/Flach- oder Tiefteich. Dieser Teich zerschneidet den Vorhof, vermittelt dem Gutshaus einen geschützten Charakter, ähnlich alter Wasserburgen. In den Teich wird sämtliches Regenwasser eingeleitet. Der Teich wird nicht gepflegt, er bleibt sich selbst überlassen (Natur pur, Libellen, Schmetterlinge, Lurche, Kriechtiere etc.). Um zum Gebäude zu gelangen schwingt sich eine einfach konstruierte Stahlbrücke mit Holzbeplankung über das Gewässer. Der Teich wird zudem von einem Flanierweg umrundet, welcher sich vom Haupttor aus über eine Brücke durch die gesamte Anlage schlängelt. Der Flanierweg besteht aus einer wassergebundenen Decke. Dies entspricht dem Naturschutzanliegen und der Pflegewirtschaftlichkeit am ehesten.


Die Hundertwasser-Toilettenanlage
Es entstehen Toiletten nach dem Vorbild der berühmten Hundertwasser Kawa-Kawa-Toiletten, die für sich schon als Hingucker und Anziehungspunkt wirken (pissen muss Spaß machen).

Markthalle F. Hundertwasser, Altenrhein, CH

Fotos: M. Vogler

Fußböden und Wände
Farbige Gestaltung, unebene Böden um das Gehirn zum Arbeiten anzuregen. Der Mensch hat immer noch einen Tastsinn. Zitat Hundertwasser: Ein belebter, unebener Fußboden im öffentlichen Bereich bedeutet eine Wiedergewinnung der Menschenwürde, die dem Menschen im nivellierenden Städtebau entzogen wurde. Und ihm wurde ein Erlebnis gestohlen – die Erdberührung. Durch falsch verstandenes Sicherheitsdenken will man den Staatsbürgern eine abnormale, sterile, künstliche „Gehbehindertenwelt“ aufzwingen.
Farbige Flaschen in allen möglichen Größen, in die Wände einzementiert oder als Fensterersatz kombiniert. Durch sie fällt ein natürliches Licht in die Räumlichkeiten, das in seiner Anmut fast schon magisch wirkt. Die Hundertwassertoilette ist ein stiller Ort, der diesen Namen wirklich verdient.


Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft
Möglich sind zu Gunsten des Naturparkprojekts dauerhafte Projekte wie Vogelzug- Fledermausforschung oder Entomologie, evtl. auch eine Sternwarte. Der Aussichtsturm ist mit Fledermauskästen, Insektenhotels und Vogelkästen bestückt. Es geht zum einen um Nutzen für die Natur und um Mahnung für die Menschen. Der Aussichtsturm wird ähnlich dem Turm (Schloss-Hartenfels) in Torgau vermarktet. Man zahlt einen Obolus und die Tür geht mechanisch für den Fernblick auf. Der Aussichtsturm ist für Jedermann zu jeder Tages- und Nachtzeit offen.

Kneippbecken
Ein Kneippbecken entsteht in Kooperation mit dem Kneipp Verein Bad Liebenwerda.
Sebastian Kneipps Gesundheitskonzept steht auf fünf Säulen – innere Balance, Natur wirkt in Kräutern, Leben in Bewegung, Gesundheit und Genuss, Kraft des Wassers. Zur Philosophie passend wird neben dem Kneippbecken ein Barfusspfad angelegt, welcher den geplanten Kneipp-Rundweg wundervoll ergänzt.

Pflanzen
Die passend angelegte Gartenlandschaft erhält Großbäume und in den nahen Umkreis der Großbäume setzt man zahlreiche Gesundsträucher – Holunder, Mispel, oder modern Felsenbirne, Aronia…

Gutshaus 1956
Um Wohnraum zu schaffen, wurde das Gutshaus 1967/68 grundlegend umgebaut. Der Dachstuhl wurde verändert, der Anbau hinter dem Haus und die alte Treppenanlage wurden entfernt. Hierbei wurde leider der größte Teil der historischen Struktur des denkmalgeschützten Gebäudes zerstört. Heute ist es nicht mehr denkmalgeschützt.

Das Gutshaus heute
Die neue Aufteilung sieht folgendermaßen aus (Nutzfläche ca. 650 m2):
EG: 2 x 3 ½ Raum-Wohnung, 1 sep. WC, Bad, 1 Waschküche
OG: 2 x 3 ½ Raum-Wohnungen, 1 x 2 ½ Raum-Wohnung
DG: 1 x 3 ½ Raum-Wohnung als Museumswohnung, Dachboden mit Dachschrägung
Dachspitz mit Dachschrägung und Gewölbe-Keller

Unsere Vision für die Zukunft
Der momentane Leerstand bietet beste Voraussetzungen für eine grundlegende Instandsetzung des alternden Gebäudes. Die Dorfbewohner, die Region in und um Bad Liebenwerda, das alte Haus und die Natur – im Sinne jedes Einzelnen kann von einer sinnvollen Nutzungszuführung gesprochen werden. Die Außengestaltung dient klar der Natur in der wir alle Leben. Platz für Menschen, Pflanzen und Tiere.

Gewölbe-Keller: Nutzung als Weinkeller, Apéro-Raum bei Festlichkeiten, etc.
EG: Gemeinschaftsräume für die Daseinsvorsorge von Theisa, Gastrobetrieb für Familienanlässe, Kinder- und Jugendraum, Technik und sanitäre Einrichtungen.
OG: Senioren-WG mit Gemeinschafts-Stube und 5 altersgerechten Senioren-Zimmern
DG: 1 Museumwohnung für touristische Zwecke (Wohnen wie zu Omas Zeiten)
Wehrtürme: Hostel für Touristen, welche eine alternative Übernachtung schätzen (klein und einfach…) Café „Dorfstube für jedermann“ mit Dachterrasse.
Aussichtsturm: mit Fernsicht in die Umgebung von Theisa – weite Felder und Wälder.

Dachspitz als Ausstellungfläche regionaler Künstler, Workshops z.B. Malkurse,
Klangschalenmassagen, uvm.

Finanzierung
Für die Finanzierung können Fördermittel beantragt werden. Mind. 20 % Eigenmittel sind dafür erforderlich. Wir sind deshalb auf Sponsoren angewiesen. Interessierte Unternehmen, Stiftungen, etc. Unterstützer sind herzlich willkommen. Ein Spendenkonto wird demnächst eingerichtet.

Aktuell: Erste Schritte… Gemeinschaftsraum
Aufgrund der aktuellen Situation im Dorf (keine Gaststätte, kein Versammlungsraum) wird vorerst die Schaffung eines Dorfgemeinschaftsraumes im Gutshaus angestrebt. Dieser Raum soll kostenfrei ALLEN Einwohnern und Vereinen für Versammlungen, gemeinsame Nachmittagen für Jung und Alt, Projektvorbereitungen, usw. zur Verfügung stehen.

Ziel des Fördervereins
Das Konzept lebt, ist veränderlich und entwickelt sich immer weiter, bis es stimmig und tragbar ist. Es ist ein Langzeitprojekt, welches guter Planung bedarf. Ziel ist es, ein Förderverein zu gründen welcher für die Finanzierung und Ausführung der Aufgaben mit allen Partnern zuständig ist. Das Gutshaus soll im Besitz der Stadt Bad Liebenwerda bleiben.

Mitglieder und Unterstützer
Der Förderverein freut sich über jedes Mitglied. Mit den Mitgliederbeiträgen können bereits zeitnah Vereinsziele und Aktivitäten im Gutshaus verwirklicht werden. Der Förderverein sucht deshalb für die Gründung noch engagierte Mitglieder für den Vorstand die bereit sind, das Ruder für unsere Arche in die Hand zu nehmen und tatkräftig mitzurudern.

Mitarbeit
Engagierte Personen, welche sich mit ihrer Schaffenskraft, mit Ideen, Freude und Motivation an dieser grossen Herausforderung mitarbeiten und daran teilhaben möchten, sind herzlich willkommen.


Auskunft und Kontakt:

Initiativgruppe Theisa
Elke Greger, Telefon 14941, Mobil 01511 1806 904, E-Mail kayaelke.eg@gmail.com


Gutshaus-Chronik und Geschichte von Torsten Jatzko:

Gutshaus Chronik bis 1950

Theisaer Geschichte


Presse:
LR vom 10.7.18, Theisa wünscht sich ein Schloss

LR vom 4.5.18, Schloss Lilllliput ist ihm noch nicht genug


Quellenangaben:
Konzept: Steffen Modrach, Naundorf,
Fotos: Elke Greger, Marianne Vogler, Theisa
Geschichte-Chronik: Torsten Jatzko, Theisa
Internet: Friedensreich Hundertwasser
Internet: Grüne Zitadelle, Magdeburg
Internet: Markthalle Altenrhein, CH