Herzlich willkommen in unserem schönen Theisa…

In Theisa wird gezEmpert!

Samstag, 28. Januar 2017


Was bedeutet der Brauch? Wie wird er in Theisa begangen? Damals und heute!
Verfasst von Sabine Töpfer-Schwab

Das Zempern (in anderen Regionen auch Zampern genannt) ist eine alte Tradition in zahlreichen Dörfern unserer Gegend. Das Wort stammt vom sorbischen „Heischen, Einfordern“ (camprowanje). Entstanden ist das heutige Brauchtum, das jährlich vor der Fastnachtszeit stattfindet, aus vorchristlichen Glaubensformen und Vertreibungszauber. Das Maskieren und Verkleiden, das Musizieren sowie früher auch das Schlagen mit Weiden- und Birkenruten sollte böse Geister vertreiben.

Vertreiben soll das Zempern in unserem Dorf vor allen Dingen den kalten Winter, und – ganz wichtig – es soll den warmen Frühling empfangen. Der Traditionsverein Theisa engagiert sich seit 20 Jahren für diese schöne, uralte Tradition und hat diesen Brauch nach der Wende wieder ins Leben gerufen. Mitglieder des Vereins und Zemperfreunde ziehen mit bunten Kostümen und mit einer eigens für diesen Anlass gemieteten Blaskappelle von Haus zu Haus. Sie klopfen an jede Haustür und „erheischen“ sich bei den Bewohnern Speck, Eier und Spirituosen (noch aus alten Zeiten übernommen). Das „Zemperessen“ das sogenannte „Verprassen“ von den gesammelten Köstlichkeiten findet zur Fasnacht (in diesem Jahr am 11. Februar) in unserem „Sportlerheim“ statt. Dazu sind alle Einwohnerinnen sowie Einwohner unseres Dorfes und die fleißigen Zemperer ganz herzlich eingeladen. Mit dem erheischten Zempergeld werden die jährlichen Anlässe wie Fastnacht, der Osterhase zum Osterfeuer und Erntedankfest organisiert sowie auch kleinere Projekte.

War es früher vor allem die Dorfjugend, die durch die Straßen zog, sind es unterdessen mehr Erwachsene die in der Zempermeute zu finden sind. Auch die Kostüme haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. Nach alten Überlieferungen, waren Vermummungen und Masken im Zempertrubel zu finden.

Heute trifft man neben den Eierfrauen und dem Mann mit der Speckgabel, bei uns noch die überlieferten Maskierungen, wie

  • die Frau mit den zwei Gesichtern von der man sagt, vorn das Gesicht ist die Zukunft und die Maske verkörpert die Vergangenheit (Gesichtsmaske auf dem Hinterkopf)
  • der Storch als Symbol des beginnenden Frühlings und des Lebens
  • den Bären (Symbol des Winters)

Der Phantasie sind eigentlich keine Grenzen mehr gesetzt.

Der „Schnapswagen“, auch bei uns als „Tankwagen“ bekannt, ist aus unserem Zemperzug nicht mehr wegzudenken.

Als „Dankeschön“ für die Gaben erhalten alle Spender (wenn gewollt) einen Hochprozentigen – natürlich für ein warmes Herz und die Kapelle spielt ihnen ein Ständchen dazu.

An den Ortseingängen weisen Schilder auf das bunte Treiben hin. An Autofahrer werden „Passierscheine“ ausgegeben und es wird um entsprechende Rücksichtnahme gebeten.

Wir freuen uns nun auf einen unvergesslichen Tag am Samstag, dem 28. Januar 2017 und wünschen allen ein fröhliches Zempern. Herzlichen Dank bereits im Voraus für Ihre Zempergaben und vor allen Dingen all Jenen die für das leibliche Wohl der Zemperleute sorgen.

Euer Traditionsverein Theisa e.V.
Sabine Töpfer-Schwab

Hier eine Bildersammlung aus früheren Jahren. Wenn vorhanden, können sehr gern auch noch eigene Fotos beigesteuert werden. Senden Sie diese an: meindorf2017@gmail.com