Herzlich willkommen in unserem schönen Theisa…

In Theisa entsteht eine Streuobstwiese…

 

Aus der Geschichte der Streuobstwiesen in derNiederlausitzer Heidelandschaftund welche Rolle dieser Lebensraum heute wieder in unserer Dorflandschaft spielt.

Der Obstanbau hat im Bereich des Natuparks „Niederlausitzer Heidelandschaft“ eine lange Tradition. Vorrangig Süßkirschen wurden in dem Gebiet um Kraupa, Dreska, Hohenleipisch und Döllingen angebaut. Die Orte liegen sanft in den Obstwiesen eingebettet. Vom Pfaffenberg aus, zwischen Hohenleipisch und Kraupa, hat man einen weiten Rundblick ins Land. Seit 1880 wurde hier bei besten Bodenverhältnissen und günstigem Klima die Süßkirsche angesiedelt. Um 1914 sollen schon um die 6.000 Bäume gestanden haben. In schweren Zeiten, so in der Weltwirtschaftskrise und den beiden Weltkriegen waren sie für Viele oftmals die einzige Erwerbsquelle. Selbst in den fünfziger Jahren wurde der Obstanbau weiter gepflegt und gelangte manchmal auf abenteuerlichen Wegen bis auf Westberliner Märkte. Das sei nur am Rande erwähnt.

Der Umstand, dass so gut wie Alles in der damaligen DDR Mangelware war und von den staatlichen Aufkaufstellen stabile Preise für abgeliefertes Obst und auch Gemüse gezahlt wurden, führte zur weiteren Bewirtschaftung der Obstwiesen, auch und im Besonderen nach dem „regulären Feierabend“. 1989 brach das bis dato sichere Gefüge im Handel zusammen.

Das Foto stammt aus dem Jahre 1984, übrigens mit freundlicher Genehmigung des Fotografenmeisters Werner Neumann. Das Foto hat er damals von seinem Dach gemacht. Seine Aussage heute: Von dem Kirschblütenmeer ist leider nichts mehr übrig. Das traditionelle Anbaugebiet waren die beiden unmittelbaren Nachbardörfer Hohenleipisch und Kraupa.

 

Früchte aus dem Ausland standen jetzt immer zur Verfügung und heimisches Obst war nicht mehr gefragt. Eine seit fast einhundertundzehn Jahren währende Anbautradition neigte sich ihrem Ende zu. Das Ergebnis waren verwilderte Baum-Äcker und ungepflegte Obstbäume. Die gerühmte schöne Blütenpracht gehörte der Vergangenheit an.

Doch wie immer fanden sich nach ein paar Jahren hier und dort Gleichgesinnte zusammen und setzten sich für die Fortführung des Obstanbaus ein. Bei den Naturfreunden des Biologischen Arbeitskreises Bad Liebenwerda e.V. und im Naturschutzbund schloß sich der Kreis. Im Anschluss wurde der Pomologische Garten e.V. ins Leben gerufen, welcher sich heute großer Beliebtheit im Umland erfreut.

Der Schutz unserer heimischen Natur nahm in den neunziger Jahren einen immer höheren Stellenwert ein. Auch das Umdenken der Zusammenhänge zwischen Mensch und Natur spielte jetzt im normalen Alltag eine große Rolle.

Nun treten auch andere Kriterien zur Erhaltung alter Obstbaumbestände bzw. zum Neuanlegen von Streuobstwiesen in den Vordergrund. Die vielen Vorteile machen eine Gestaltung der Dorflandschaft insbesondere für Theisa erst interessant. Hier soll eine Streuobstwiese hinter dem Gutshaus entstehen. Junge Familien und auch Dorfbewohner konnte man für diese wichtige Initiative gewinnen. Die Nachhaltigkeit dieses Projektes wird allen zu Gute kommen.

Zum einen ist eine Streuobstwiese für viele Jahrzehnte ein landschaftsprägendes Element und trägt maßgeblich zur Verbesserung der Umwelt, der Stabilisierung des Klimas und der Lebensqualität jedes Einzelnen bei.

Heutzutage gehören Streuobstwiesen zum europäischen Kulturgut und sind förderfähig, denn der klassische Streuobstanbau bietet viele Vorzüge für Mensch und Tier. Die Anwendung von Spritzmitteln ist überflüssig und sogar ausdrücklich untersagt. In dieser Landschaft werden wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl von Lebewesen erschaffen. Die Kombination von Hochstammbäumen und Grünland als Unterwuchs bietet wichtigen Lebens- und Rückzugraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten in der Landschaft. Es wird quasi ein Biotopverbund angelegt und dadurch „automatisch“ Unterschlupf und Nahrungsquellen zur Verfügung gestellt.

Die Bodenvegetation hat große ökologsche Bedeutung. Das vielfältige Mosaik verschiedener Kleinstlebensräume unterstreicht das fragile Gefüge dieser Oase. Ungestört von Technik und mit Hilfe der „sanften“ Pflege des Menschen entwickelt sich mit der Zeit ein großer Artenreichtum.

Zum anderen wird beim gemeinsamen Anlegen einer Streuobstwiese der Gemeinschaftssinn gefördert. Es erfolgt eine Wurzelbindung der Menschen im wahrsten Sinne des Wortes, vor allem finden Kinder einen Bezug außerhalb des Elternhauses an ihren Heimatort. Eltern und Kinder werden hier aktiv in Verbindung mit den Vereinen die Dorflandschaft gestalten. Das Einsetzen alter Obstbaumsorten, welche freundlicherweise der Pomologische Garten Döllingen e.V. zur Verfügung stellt, bietet die Möglichkeit, landwirtschaftliches Wissen in Bezug auf den Obstanbau zu erlangen oder seine Kenntnisse wieder aufzufrischen.

In vielen Gemeinden in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen kann man sich dieser oder ähnlich gehaltenen Anbauweisen erfreuen. Ein Beispiel wäre zu nennen auf dem Pilgerweg der VIA REGIA von Görlitz nach Vacha (hinter Eisenach). Dort blühen Ende April eine Vielzahl von wegbegleitenden Obstbäumen und bieten dem Pilger und dem Radfahrer einen spektakulären Anblick.

Die „Initiative Streuobstwiese“ in Theisa möchte zunächst klein beginnen. Zehn Bäume sollen im Herbst 2017 gepflanzt werden. Bei Bedarf könnte der Bestand vergrößert werden. Bei den gemeinsam durchgeführten Pflegemaßnahmen (2-3mal im Jahr) der Eltern mit ihren Kindern, wird nicht nur Freizeit miteinander verbracht, sondern es kann auch wieder eine „Kinderdorfgemeinschaft“ entstehen. Die Persönlichkeitsentwicklung jedes einzelnen Kindes steht daher auch im Vordergrund und trägt damit zur Stabilität des Gemeinwesens bei.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich jeder interessierte Bürger diesem Projekt anschliessen kann, auch wenn er keinem Verein angehört oder keine kleinen Kinder hat.

Dafür melden Sie sich bitte bei unserer Ansprechpartnerin
Elke Greger, Liebenwerdaer Str. 8, in Theisa (am Glockenturm) Tel. 035341/14941

Ihr Ortsbeirat Theisa

Quellangabe: Klaus Dietrich, Plessa; Aus dem Heimatkalender 1996, Seite 183, „Obstanbau muss in der Region erhalten bleiben“, und mit freundlicher Genehmigung von Herrn Uschner vom Museum Bad Liebenwerda.

 


 

Infolge Pensionierung unseres bisherigen Pächterehepaares sucht die Stadt Bad Liebenwerda als Eigentümerin der Gaststätte einen neuen Pächter.

Ausschreibung Gaststätte Sportlerheim Theisa

Die Stadt Bad Liebenwerda beabsichtigt die Gaststätte „Sportlerheim Theisa “
im OT Theisa, Dobraer Weg 3, auf den 1. Januar 2018 zu verpachten.

Beschreibung:

Gaststätte mit 35 Sitzplätzen
Kleiner Saal mit 50 Sitzplätzen (mit Trennwand zur Gaststätte)
Gesamtfläche ca. 300 m²(mit Gastraum, Saal, Küchen- und Sanitärbereiche, einschl. Nebenräumen) zusätzlich Terrasse

Nutzung ab: 01.01.2018

Bisherige Nutzung/Hauptangebote:
Familienfeiern jeglicher Art
Veranstaltungen des Ortsteiles
Vereinsanlässe
Partyservice

Lage:
Stadteigenes Objekt Gaststätte „Sportlerheim Theisa“ in 04924 Bad Liebenwerda,
Ortsteil Theisa, Dobraer Weg 3

Anlagen/Aktivitäten :
Unmittelbar am Fernradweg FR 5 gelegen überregionales Radwegenetz
2 Sportplätze
Spielplatz
liegt im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft
Naturlehrpfade
Ausflugsgaststätte
Vereinsgaststätte

Sonstiges:
Übernahme der Ausstattung von Gastraum und Wirtschaftsräumen ist mit Vormieter zu klären
zahlreiche Parkplätze
Objektbesichtigung nach Terminabsprache möglich

Nebenkosten:
Strom, Trinkwasser, Schmutzwasser, Niederschlagswasser, Schornsteinfeger,
Steuer, Versicherung, Holzvergaserheizung

Pachtpreis:
ortsübliche Miete (verhandelbar), zzgl. Nebenkosten

Ihre Bewerbung richten Sie an:
unter Kennzeichnung des Umschlags „ Ausschreibung Verpachtung Gaststätte Theisa „
an die Stadt Bad Liebenwerda
Liegenschaften
Markt 1
04924 Bad Liebenwerda
E-Mail: liegenschaften@badliebenwerda.de

Besichtigungstermine sind unter Tel.: 035341/155-125, Frau Ute Hoffmann zu vereinbaren.
Die Einreichung eines Nutzungskonzepts mit Ihrer Bewerbung wäre vorteilhaft.


Wir stellen vor…

Familie Lehmann aus Theisa – eine dynamische und aktive junge Familie…

Mutter – Vater – Kind? – nein, Kinder! Sandra und Stefan Lehmann geben einen kleinen Einblick in ihr Leben.

Sandra und Stefan Lehmann und ihre Kinder Felix (4 Jahre) und Philipp (1 Jahr) haben sich für ein Leben mit Arbeit, aber auch viel familienfreundlichen Aspekten entschieden. Mit einer großen Bauernhochzeit feierte das junge Paar am 11. Mai 2013 mit dem ganzen Dorf in Theisa. Die junge Justizfachangestellte (29) und der Fleischermeister (30) leben seit 2010 gemeinsam in einem (damals) 4Generationen-Haus. Diese früher übliche Wohnform ist aus heutiger Sicht eine absolute Seltenheit und deutet auf eine ungeheuer hohe Toleranzgrenze aller Hausbewohner hin. In diesem Haus wurde es nie anders gehandhabt. Es war eine einfache Rechnung, dass Stefan seine Sandra mit in sein Elternhaus holte. Die Arbeit im Familienbetrieb, die Nähe zur Scholle und das ganze übernommene Familiengefüge – da blieb nicht viel Zeit zum Überlegen, wo man in Zukunft gemeinsam leben wollte. Bei einem respektvollem Umgang unter den verschiedenen Generationen kann und ist in diesem Fall eine wertvolle Partnerschaft zwischen Großeltern, Kindern und Enkelchen gewachsen.

Sandra, aus dem Nachbarort Thalberg stammend, verbrachte viel Zeit in ihrer Kindheit bei Tante Sabine und Onkel Frank in Theisa. Schon damals lernte sie hier ihre heutigen Freunde kennen.

Ihre Ausbildung absolvierte sie in Hamburg und arbeitete danach weiter in der Hansestadt. Nach dem Umzug nach Theisa wechselte sie an ein Sozialgericht in Berlin. Stefan ist gebürtiger Theisaer und geht seinem Beruf in einem Fleischerbetrieb in Doberlug Kirchhain nach.

Die sparsame Freizeit verbringen Sandra und Stefan in erster Linie mit ihrer Familie und an zweiter Stelle vorwiegend aktiv im Feuerwehrverein e.V und bei den „TAKTLOSEN“. Beide Vereine werden wir im Laufe des Jahres auf der Homepage noch konkreter vorstellen.

Hier sind noch ein paar Fragen in Bezug auf Theisa.

Frage an Familie Lehmann: Was gefällt euch an Theisa und Umgebung?

Sandra: Wir kennen uns nicht nur aus der Schulzeit, sondern schon aus der Kindergartenzeit. Dieser Zusammenhalt verbindet ungemein und ließ uns sogar einen eigenen Verein (Die Taktlosen) gründen.

Stefan: Es ist meine Heimat. Meine Freunde leben in unmittelbarer Nähe und ich fühle mich hier zu Hause.

Frage: Was vermisst ihr in Theisa?

Sandra: Theisa bräuchte einen Ort, an dem man Leute aus dem Ort trifft. Theisa wird zwar regelmäßig von Verkaufswagen angefahren, aber hier fehlt einfach ein Dorfladen.

Stefan: Einen guten Handyempfang!

Frage: Was stört bzw. geht gar nicht?

Sandra: Wenn für die Gaststätte „Sportlerheim“ ab dem nächsten Jahr kein neuer Pächter gefunden wird….

Stefan: Ein großer Teil der Gehwege sind in einem sehr schlechten Zustand. Vielleicht findet man bald eine Lösung, welche die Leute finanziell nicht so sehr belastet.

Frage: Was sollte in Theisa geändert werden ?

Sandra: Es wäre schön, wenn die Dorfgemeinschaft noch mehr die regionalen Produkte zu schätzen wüsste, denn so würde die Wirtschaft in unserer Umgebung gestärkt werden.

Stefan: Der Zustand der Liebenwerdaer Straße wird immer schlechter und problematischer.

Frage: Was sind eure Wünsche für die Zukunft?

Sandra: Ich würde mich freuen, nach meiner Elternzeit einen Arbeitsplatz in der Nähe zu finden. Die Fahrzeit zum jetzigen Arbeitgeber ist zu lang und fehlt der Familie, zumal auch ein landwirtschaftlicher Betrieb zu Hause wartet.

Stefan: Der Erhalt der Gaststätte ist uns Theisaern wichtig. Mit dem näheren Zusammenrücken der Vereine und eine Festigung der Dorfgemeinschaft könnte man gemeinsam viel erreichen.

 

Der Ortsbeirat Theisa bedankt sich bei der Familie Lehmann ganz herzlich.
Das Gespräch führte Elke Greger, Theisa